Efruxifermin bei metabolisch bedingter Steatohepatitis mit Leberzirrhose

Eine gefürchtete Komplikation der durch eine metabolische Dysfunktion hervorgerufenen Steatohepatitis (engl. Metabolic dysfunction-associated Steatohepatitis, MASH) ist die Leberzirrhose. Einen medikamentösen Ansatzpunkt hierfür bietet das Hormon Fibroblast Growth Factor 21 (FGF21), das den Glukose- und Lipidmetabolismus, die Insulinsensitivität und die Proteinhomöostase reguliert. FGF21-Analoga haben nämlich eine antifibrotische Wirkung.

Ein US-Forscherteam unterzog einen entsprechenden Wirkstoff einer Phase-IIb-Prüfung. Es handelt sich dabei um das bivalente FGF21-Analogon Efruxifermin, das in Phase-II-Studien an Personen mit einer zweit- oder drittgradigen MASH-bedingten Fibrose vielversprechende Ergebnisse erzielt hatte: Der Wirkstoff reduzierte die Fibrose und führte zur Ausheilung der MASH. Zwischen 2021 und 2022 testeten die Forschenden seine Wirksamkeit und Sicherheit im Rahmen der an 45 Zentren in den USA, Puerto Rico und Mexiko durchgeführten SYMMETRY-Studie. Bei den Teilnehmenden handelte es sich um 181 Erwachsene mit einer bioptisch verifizierten kompensierten Leberzirrhose, also einem Fibrosestadium 4. Alle Patientinnen und Patienten litten an einem Typ-2-Diabetes oder 2 Komponenten des metabolischen Syndroms. Gemäß Randomisierung erhielt je etwa ein Drittel von ihnen 1 × pro Woche 28 mg Efruxifermin, 50 mg Efruxifermin bzw. ein Placebo in Form einer Subkutaninjektion. Leberbiopsien erfolgten nach 36 bzw. 96 Behandlungswochen. Als primären Studienendpunkt wählten die Forschenden die Fibrosereduktion ohne begleitende MASH-Verschlechterung in Woche 36. Denselben Endpunkt objektivierten sie auch in Woche 96. Ferner analysierten sie die Veränderung verschiedener nicht invasiver Fibrosemarker sowie die Sicherheit.

Ergebnisse

154 Personen hatten nach 36 und 134 nach 96 Wochen eine Leberbiopsie absolviert. Nach 36 Wochen erfüllten 13% der mit Placebo, 18% der mit 28 mg Efruxifermin und 19% der mit 50 mg Efruxifermin behandelten Studienteilnehmenden die Kriterien für den primären Endpunkt. Diese Unterschiede waren statistisch nicht signifikant. Nach 96 Wochen stellten die Forschenden bei 11% der mit Placebo und bei 21% der mit 28 mg Efruxifermin Behandelten eine Fibrosereduktion ohne begleitende MASH-Verschlechterung fest. In der 50-mg-Gruppe erfüllten 29% der mit Efruxifermin Behandelten diese Kriterien, sodass die Forschenden hier einen Nutzen des FFG21-Analogons nicht ausschließen können. Efruxifermin schien zudem die MASH-Histologie zu verbessern und Vorteile hinsichtlich nicht invasiver Leberschaden- und Fibrosemarker zu haben. Auch den Glukose- und Lipidmetabolismus schien Efruxifermin günstig zu beeinflussen. Die mit Efruxifermin behandelten Personen erlitten häufiger unerwünschte gastrointestinale Ereignisse als die Kontrollen. Hierzu zählten Durchfall, Übelkeit und Appetitzunahme. Auch Rötungen an der Injektionsstelle traten bei ihnen häufiger auf als bei den Kontrollen. Die Mehrzahl der Nebenwirkungen war leicht oder mäßig ausgeprägt und transienter Natur.

Fazit:

Nach 36 Wochen Efruxifermin-Behandlung tritt im Vergleich zu Placebo keine wesentliche Fibrosereduktion ohne MASH-Verschlechterung ein, so das Fazit der Forschenden. Allerdings verzeichneten sie nach 96 Wochen mögliche Therapieeffekte, die längere Untersuchungen an weiteren Populationen rechtfertigen. Außer Efruxifermin stehen gegenwärtig noch 2 weitere vielversprechende FGF21-Analoga in Entwicklung, berichten sie. Es handelt sich dabei um Pegozafermin und Efimosfermin.

Quelle:

Lorenz J. Efruxifermin bei metabolisch bedingter Steatohepatitis mit Leberzirrhose. Gastroenterologie up2date 2025; 21(03): 207 – 207. doi:10.1055/a-2645-9226

https://eref.thieme.de/ejournals/1616-9727_2025_03#/10.1055-a-2645-9226

Publikationsdatum: 29. September 2025 (online)

Autorin Studienreferat: Dr. med. Judith Lorenz, Künzell